Victor Bettendorf mit drei Siegen bei der „London International Horse Show“
Im Rahmen des prestigeträchtigen Turniers in der englischen Hauptstadt ließ Luxemburgs bester Springreiter wissen, dass es eine Ehre für ihn war, dass er dort starten durfte, da sein Vater früher schon in London reiten wollte. Dabei wurden alle seine Erwartungen übertroffen und am Ende wurde er sogar als „leading rider“ ausgezeichnet.
Diese Krönung hatte sich der 35-jährige Luxemburger auch redlich verdient, gelang es ihm kurz vor Weihnachten doch drei Springen dieses CSI 5*-Turniers zu gewinnen und ein weiteres als Zweiter zu beenden. Lief es für ihn zum Abschluss im mit 110.000 Euro dotierten Weltcup-Springen über 1,60 Meter nach zwei Abwürfen mit Wallach Doha de Riverland nicht ideal, so war ihm in dieser Prüfung dennoch eine gewisse TV-Präsenz sicher, konnte man das Paar doch zwischen Weihnachten und Silvester sogar bei Eurosport bestaunen. Der Sieg der Weltcup-Prüfung ging an den Iren Tom Wachman mit Do It Easy.
Auf Encore Toi du Linon startete die aktuelle Nummer 79 der Weltrangliste dagegen furios in der Arena „Excel London“ im Osten der Millionenmetropole gleich neben dem City-Flughafen. Fast schon in einer Fabelzeit von 56,28 Sekunden, mit der er nämlich rund zwei Sekunden schneller als die Konkurrenz war, behauptete sich Bettendorf in einem 1,55 Meter-Springen vor dem Belgier Hos Verlooy, der auf Parise van den Dael in 58,34 Sekunden Zweiter wurde. Den 3.Platz Lokalmatador Jack Whitaker mit Valmy de la Lande (58,56“).
Am Folgetag gewann Victor Bettendorf eine weitere 1,55er Prüfung: waren im ersten Umlauf noch drei Paare ohne Abwurf schneller, so konnte ihn im folgenden Stechen niemand überflügeln. Mit Doha de Riverland holte er sich den zweiten Sieg, dies in einer Zeit von 28,45 Sekunden. Dabei ging es äußerst spannend zu: mit Donald war ein weiterer Starter aus der bekannten britischen Reitsportfamilie Whitaker auf Millfield Colette nur einen Wimpernschlag langsamer (28,58“) und auch die Drittplatzierte Sanne Thijssen aus den Niederlanden blieb auf Cupcake nur eine gute halbe Sekunde hinter Platz 1 (29,01“).
Am Samstag, den 20.Dezember folgte das nächste Ausrufezeichen des Luxemburgers. Auf Stute Cancun Torel gewann er ein Springen über 1,50 Meter, dies wiederum vor Jack Whitaker, der auf dem eingangs erwähnten „Valmy“ mit 59,14 Sekunden knapp 80 Hunderstel hinter Bettendorf Zweiter wurde. Auf Rang 3 reihte sich der Spanier Alvaro González de Zarate Fernandez ein, dies mit Casa Diva und einer Zeit von 59,28 Sekunden.
Drei Siege waren aber nicht alles, was der in der Normandie lebende Bettendorf auf der anderen Seite des Ärmelkanals vorzuweisen hatte: eine weitere 1,50er Prüfung schloss er auf der elfjährigen Stute Encore du Linon als Vierter ab und ließ am 22.Dezember auf „Cancun“ sogar noch einen nächsten Podiumsplatz folgen: ebenfalls über 1,50 Meter musste er in einer Zeit von 57,88 Sekunden nur dem Franzosen Kevin Staut, immerhin u.a. Olympiasieger von 2016 in Rio, und Kannonqulan den Vortritt überlasen (57,57“). Dritte wurde in dieser Wertung die Britin Jessica Mendoza mit I-cap CI (58,24“).
Bettendorf: „Diese Woche war einfach perfekt“
„Die Stute ist immer ehrgeizig, aber auch sensibel und muss mir vertrauen. Ich reite sie seit fast drei Jahren. Hier eine Prüfung zu gewinnen, ist eine riesige Sache. Ich kenne dieses Turnier seit meiner Kindheit und wollte schon immer hier reiten. Ich habe meinen Vater (Tierarzt, Reiter und Züchter) sehr stolz gemacht, denn auch er wollte schon immer in London reiten“ erklärte Victor Bettendorf am 19.Dezember auf der Facebook-Seite der „London International Horse Show“nach seinem Erfolg auf Encore Toi du Linon.
Es sollte die in der Einleitung erwähnte Krönung folgen: mit seiner ganzen Serie an Erfolgen im Londoner Osten wurde ihm der Preis des „Leading Rider“ dieses Spitzenturniers verliehen. Es sei bereits ein Traum für ihn gewesen, überhaupt bei der Veranstaltung dabei gewesen zu sein, erklärte er gegenüber der offiziellen Website des Turniers, londonhorseshow.com. „Ich wollte den Organisatoren beweisen, dass ich wirklich froh bin, hier zu sein und mein Bestes gebe. Diese Woche war einfach perfekt“ wurde er weiter zitiert. Er lobte zudem die besondere britische Atmosphäre und das fachkundige Publikum.
Skarsoe sammelt Weltcuppunkte
Victor Bettendorf war aber nicht der einzige Reitsportler aus dem Großherzogtum, der in der britischen Hauptstadt im Einsatz war. In der Dressur erlebte Fie Christine Skarsoe, wie das „Traumtrio“ Fry, Dujardin und Moody einen britischen Dreifachsieg im Grand Prix verbuchte. In der darauffolgenden Kür konnte Skarsoe sich einen Tag nach ihrem 49.Geburtstag auf Imperador dos Cedros mit einer Wertnote von 72,800 Prozent als Elfte eine Platzierung sichern. Ihr wurden nach London 7 Punkte in der „Western European League“ des Weltcups gutgeschrieben, womit sie in diesem Ranking aktuell den 3.Platz belegt.
Luxemburger Dressurelite in Mechelen
Nach London ging es für Fie Christine Skarsoe eine Woche später auf der anderen Seite der Nordsee im belgischen Mechelen weiter, wo sie zusammen mit FLSE-Kollege Nicolas Wagner Ehlinger zunächst den Grand Prix eines weiteren Welcupturniers bestritt. Unter fünfzehn Starterinnen und Startern konnten sich der EM-Finalist und sein Hannoveraner Quater Back Junior als Siebte platzieren, dies mit 68,457 Prozent. Skarsoe verpasste eine Platzierung knapp (68,348), kam aber unter die besten zehn.
Am Dienstag ging es dann für beide in der Kür weiter. Mit 74,865 Prozentpunkten platzierte sich Skarsoe auf ihrem bekannten Lusitano als Zehnte. Noch besser schnitten Wagner Ehlinger und „Quater Back“ ab: 76,150 Prozent bedeuteten Rang 6 in der Endabrechnung, gewonnen wurde diese Prüfung von Larissa Paulius und Flombeau aus Belgien. Bereits Anfang Dezember konnte sich Amélie Decruyenaere Haupert in Aachen dann noch mit einem 7., 8. und 10.Platz im Rahmen eines CDIJ-Turniers hervortun.
